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Konsum-Kids

Annemarie Pfeifer

Kinder haben mehr Wünsche als je zuvor. Werbung und Cliquenzwang machen Kids zu den „Kaufmotoren“ der Familie. Der Umgang mit dem Geld muss gelernt werden.

Kinder sind umworbene Kunden. Täglich feuern Privatsender ihre Werbesalven ab. Rund 650 Mia. Franken investieren Schweizer Eltern und Verwandte jährlich in Spielzeuge für ihre Sprösslinge. Der Umgang mit den Lockrufen der Konsumgesellschaft muss deshalb gelernt sein. Wer Kinder schon früh in Geldfragen einbezieht, kann späteren unverhältnismässigen Forderungen besser vorbeugen.

Taschengeld macht selbständig

Rund ein Drittel der Kinder erhalten kein Taschengeld, dabei könnten sie dabei viel lernen.

Vorbereitung aufs Leben: Der Umgang mit Geld ist nicht einfach. Umso wichtiger ist ein frühes Training für ein verantwortungsvolles Konsumverhalten.

Förderung der Eigenverantwortung: Kinder müssen Nein sagen lernen. Dies lernen sie wie überall aus den Folgen. Wenn nach zwei Tagen die Kasse leer ist, so heisst es nachher halt darben.

Aufbau des Selbstbewusstseins: Jede gezielte Übergabe von Verantwortung fördert das Selbstvertrauen.

Verminderung von Versuchungen: Für Kinder ohne Geld sind die verlockenden Auslagen der  Supermärkte eine grössere Versuchung. Ausserdem betteln sie manchmal bei Freunden und Bekannten.

Wohin fliesst das liebe Geld?

Es ist sinnvoll wenn man beim Schuleintritts das Taschengeld einführt. Die Schweizerischen Budgetberatungsstellen haben die untenstehenden  Empfehlungen zum Umfang des Geldsegens abgegeben. Gerade in der Diskussion mit Teenies sind solche offiziellen Zahlen von Vorteil.

Was soll das Kind mit dem Taschengeld machen? Etwas Sinnvolles, wie etwa ein Buch kaufen? Den Eintritt ins Schwimmbad berappen? Kleider selbst bezahlen?

Normalerweise ist das Taschengeld für die kleinen Extras des Alltags gedacht, wie Comics, Naschereien, Geschenke... Das Kind sollte frei über sein Einkommen verfügen können. Allerdings soll es auch erleben, dass Mama nicht mitleidig Zuschüsse gibt, falls es sein Geld zu früh verjubelt. Logische Folgen, d.h. auf etwas verzichten müssen, weil das Budget ausgeschöpft ist, erziehen besser als eine laute Strafpredigt.

Zum Umgang mit Geld gehört aber auch das Wissen, wohin es geflossen ist. Bringen sie ihren Kindern bei, wie man eine Abrechnung macht. Zahlen sie das Geld nur aus, wenn es ihnen zuerst seine Minibuchhaltung vorlegt. Diese muss nicht auf den Cent stimmen, aber ungefähr aufzeigen, wie das Geld ausgegeben wurde. Zweck der Übung ist nicht die Kritik der Ausgaben, sondern dass das Kind selbst über seine Ausgaben nachdenkt. Plötzlich merkt es, wie teuer Sandwiches vom Take away sind und streicht sie selbst daheim oder es dämmert ihm, dass SMS-Nachrichten nicht gratis zu haben sind.

Gratisarbeit

Die Mithilfe im Haushalt sollte nicht vergütet werden, denn es ist selbstverständlich, dass alle einen Teil der Arbeitlast übernehmen. Falls die Kinder ihren Pflichten nicht nachkommen, kann man durchaus einmal das Taschengeld reduzieren. Für Extraaufgaben kann man aber schon mal ein paar Euros springen lassen. So verdienen meine Söhne sehr gerne etwas dazu, indem sie während der Schulferien die Fenster im ganzen Haus putzen oder schwere Gartenarbeiten verrichten.

Teilen macht froh

Letztlich geht es aber um mehr als nur um den Umgang mit ein paar Franken. Unser Besitz gehört nicht uns, sondern ist eine Leihgabe Gottes. Die Bibel spricht oft davon, dass wir mit anderen teilen sollen und dass Gott grosszügig Gebende segnet. Diese Haltung kann man früh einüben, indem man den Kindern vorschlägt, dass sie einen kleinen Teil des Taschengeldes an Arme weitergeben. Besonders hilfreich ist es, wenn die ganze Familie ein Patenkind unterstützt, wie sie beispielsweise das christliche Hilfswerk Word Vision vermittelt. (www.wordvision.ch) Dadurch entsteht eine persönliche Beziehung und die Motivation zum Geben steigt erheblich an.

Taschengeld für Kinder und Jugendliche

1./2. Schuljahr Fr. 1.- bis 2.- pro Woche

3./4. Schuljahr Fr. 2.- bis 3.- pro Woche

5./6. Schuljahr Fr. 15.- bis 25.- pro Monat

7./8. Schuljahr Fr. 25 bis 35.- pro Monat

9./10. Schuljahr Fr. 35 bis 45.- pro Monat

Taschengeld für Jugendliche in weiterführenden Schulen

Ein erweitertes Taschengeld kann vereinbart werden.

Taschengeld: Fr. 50.- bis 100.- pro Monat

Kleider, Wäsche, Schuhe: Fr. 70.- bis 80.- pro Monat

Velo, Mofa, Bahn:  Fr. 10.- bis 30.- pro Monat

Auswärtige Verpflegung: Fr. 8.- bis 12.- pro Tag

Quelle: Empfehlung der Arbeitsgemeinschaft Schweizerischen Budgetberatungsstellen ASB. Weitere Infos: www.asb-budget.ch


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Annemarie Pfeifer
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