HOME ¦ DOWNLOAD-START ¦ SUCHEN ¦ SEMINARE ¦ BÜCHER ¦ LINKS ¦ CODE ¦

Immer diese Hausaufgaben!

Annemarie Pfeifer

„Auf keinen Fall sollen Sie bei den Hausarbeiten selbst mitarbeiten. Es ist nicht Ihre Aufgabe, Ihrem Kind mathematische oder sprachliche Probleme zu erläutern.“ Solche Worte habe ich an fast jedem Elternabend gehört. Nach einigen schulischen „Tauchern“ meiner Jungs merkte ich aber schnell, dass Hilfe bei den Hausaufgaben eine wichtige Stütze für den Lernerfolg ist. Viele Kinder sind überfordert, wenn sie selbständig arbeiten sollten. Doch wie sollen wir uns verhalten, wenn Kinder Mühe mit den Hausaufgaben haben?

Hausaufgaben für die Schule sind ein grosser Stresspunkt im Familienleben. Kinder stellen sich den Anforderungen der Schule ganz unterschiedlich: Das eine Kind will sich nicht helfen lassen und empfindet jeden gutgemeinten Ratschlag als Einmischung und Kritik, ein anderes macht keinen Strich, wenn die Mutter nicht daneben sitzt und jede kleine Anstrengung lobt, sein Geschwisterkind setzt vielleicht auf das Gegenteil und opfert keine Minute zuviel für diese unangenehme Arbeit und kritzelt ein Minimum auf das Blatt. Es soll sogar Kinder geben, die ihre Hausaufgaben ohne Umstände, zur richtigen Zeit selbständig anpacken.

Was läuft innerlich ab?

Warum gehen Kinder in derselben Familie mit dem Thema Hausaufgaben so unterschiedlich um? Auch bei der Bewältigung dieses Teilbereichs des Lebens kommt die Persönlichkeit, die Antriebskraft und das Sozialverhalten des Kindes zum Tragen. Vielleicht handelt es sich beim pflegeleichten Kind um einen sogenannten „Gefallertyp“, der seinen Eltern gefallen will - also wird es die Aufgaben ohne Nebengeräusche erledigen. Oder Ihr Kind strebt ganz einfach nach Macht, also wird die Aufgabenhilfe zum Machtkampf ausarten. Eventuell will das Kind nur Aufmerksamkeit oder eine bequeme Bedienung ergattern. Vielleicht will es durch die Verweigerung der Mitarbeit seinen Protest gegen einen ungerechten Lehrer ausdrücken oder sie ist ein Hilfeschrei, dass es sich total überfordert fühlt. Vielleicht ist das Kind auch eines jener „Chaoten“ die zwar intelligent sind, aber einfach mit dem besten Willen nicht planen können. Zuerst sollte man also herausfinden, was das einzelne Kind unbewusst ausdrücken will.

Jede Ausgangslage erfordert eine andere Reaktion. Vielleicht genügen ein paar Tips, wie man z. B. Vokabeln lernt oder hin und wieder eine leichte Betreuung oder gar ein Nachhilfeunterricht, um die unschönen Machtkämpfe zu umgehen. Es kann aber auch sein, dass eine Besprechung mit dem Lehrer notwendig wird oder das Kind gar die Schule wechseln muss.

Wann Eltern helfen sollen

Ganz allgemein ist eine Aufgabenhilfe in den folgenden Fällen sinnvoll:

·      Wenn Ihr Kind eine Aufgabe nicht versteht. Meistens genügt es, wenn Sie ihm einen kurzen Denkanstoss geben, damit es die Lösung selber finden kann.

·      Wenn Ihr Kind etwas auswendig lernen oder ein Diktat vorbereiten muss. Besonders beim Lernen einer Fremdsprache sind viele Kinder alleine überfordert.

·      Wenn Ihr Kind sich nicht konzentrieren kann. Manche Kinder lassen sich unglaublich leicht ablenken. Das Rascheln der Meerschweinchen, das Weinen der kleinen Schwester, das Klingeln des Telefons wirken als riesige Störsender. Solche Kinder brauchen einen aufgeräumten sehr ruhigen Arbeitsplatz. Für kleine Schüler kann auch die Gegenwart der Mutter beruhigend wirken.

·      Wenn Ihr Kind schlecht planen kann. Manche Kids sind richtige Chaoten. Da können ein gemeinsam erstellter Arbeitsplan und eine Zeiteinteilung Wunder  wirken. Die Vereinbarung, dass Freizeitaktivitäten und Fernsehkonsum erst nach dem Erledigen der Hausaufgaben folgen, kann das Tempo erstaunlich ankurbeln.

·      Wenn Ihr Kind über einer Aufgabe verzweifelt und Trost braucht. Schulaufgaben sind manchmal nicht zum Aushalten. Mitgefühl und Verständnis ist das mindeste, womit wir unsere Kinder unterstützen können.

Regeln für die Hausaufgaben

1. Eine ruhige Arbeitsatmosphäre schaffen: keine Ablenkung, aufgeräumte Arbeitsfläche.

2. Hilfsangebot auf Wunsch: Die Kinder bestimmen mit, welche Hilfe sie von den Eltern brauchen.

3. Die Lösung selbst finden lassen: Geben Sie Anregungen, aber überlassen Sie dem Kind die Ausführung.

4. Zuerst die Arbeit, dann das Vergnügen: Planen Sie fixe Zeiten für die Aufgaben ein.

5. Den Schulerfolg den Kindern überlassen: Sie haben Ihre Schullaufbahn abgeschlossen und müssen nicht nochmals alles reinpauken. Etwas innerer Abstand glättet die Emotionen.


Bücher von
Annemarie Pfeifer
****

Erziehung mit Liebe und Konsequenz.

Oncken.


Wenn Kinder aus der Reihe tanzen

Wenn Kinder aus der Reihe tanzen.

Brockhaus.


Mütter sind nicht immer Schuld!

Brockhaus.