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„Eines Tages wartete ich vergeblich auf meinen Sohn. Über eine Stunde verspätet traf er endlich ein. Vor Wut beinahe weinend. Erschöpft. Ohne Fahrrad. „Ich gehe nie mehr in diese Schule!“, stiess er hervor. Nach dem Unterricht wurde er von ein paar Mitschülern grob angerempelt und bis in den Fahrradkeller verfolgt. Schliesslichm marschierte er die 3 Kilometer zu Fuss zurück. Was sollten die Eltern tun?
Die Schule ist für viele Kinder kein sicherer Lebensraum mehr. In einer Untersuchung wurden mit 30 Schülerinnen und 45 Schülern in der Schule Gespräche über ihr Erleben von Gewalt geführt. Sie beschrieben drei Formen von Gewaltanwendungen: körperliche Gewalt, Bedrohung mit Waffen und seelische Gewalt.
Viele Schülerinnen und Schüler sind sich der lauernden Gefahren bewusst und wissen damit umzugehen. Für sensible Kinder kann das latente Gewaltklima aber zu einer psychischen Belastung werden.
Sie sind auf unsere liebevolle Begleitung angewiesen.
Den Schrei nach Hilfe erkennen:
Manche Kinder erzählen offen, wenn sie in der Schule geplagt werden. Andere drücken sich über ihren Körper aus und zeigen Symprome wie: angespannte Ängstlichkeit, Albträume, Beschwerden wie Kopfschmerzen, Überlkeit, Erbrechen, Migräne... Deshalb sollte man psychosomatische Signale sehr ernst nehmen und sorgfältig nach ihrer Ursache forschen.
Massnahmen ergreifen:
Es gibt verschiedene Möglichkeiten wie das Gespräch mit den aggressiven Jugendlichen und deren Eltern. Zögern Sie nicht die Klassenlehrerin oder die Schulleitung einzuschalten, falls die Gewaltakte nicht aufhören. Oft sind sie dankbar für genaue Hinweise. Auch sie arbeiten daran, eine möglichst gute Atmosphäre in der Schule zu schaffen. Ihr Kind muss auf jeden Fall merken, dass seine Eltern hinter ihm stehen und Übergriffen nicht tatenlos zusehen.
Schützendes Verhalten einüben:
Ein Kind muss lernen mit Konflikten umzugehen. Dies kann am besten in der Familie eingeübt werden. Zeigen Sie Ihrem Kind, wie es möglicherweise die Aggressionen anstachelt. Vielleicht muss es lernen, dem Ärger aus dem Wege zu gehen, sich nicht überall einzumischen und seine Zunge zu hüten.
Grundschülern kann man noch den Rat geben, einmal hart zurückzuschlagen, damit es nachher Ruhe hat. Dies mag sich auf dem Pausenhof der Kleinen bewähren. Aber im Teenageralter ist es besser, man geht Provokationen aus dem Weg. Sprechen Sie mit Ihren Jugendlichen welche Wohngebiete und Strassen sie meiden oder nur in Begleitung betreten sollen. Dies gilt vor allem für städtische Gebiete.
Als Christen haben wir noch eine weitere Möglichkeit zum Schutz. Beten Sie mit dem Kind für die schwierige Situation, für die gewaltätigen Kinder, die Schulleitung, sein eigenes Verhalten.
Freundschaften pflegen:
In einer unsicheren Umgebung sind Freunde der wirksamste Schutz. Wir können unsere Kinder beim Aufbau von Freundschaften unterstützen, indem wir ein offenes Haus anbieten. Nehmen Sie die Freundinnen und Freunde Ihrer Kinder in die Familie auf. Laden Sie sie zum Essen ein oder bieten Sie auch mal die Wohnung für eine Party an, natürlich mit der Abmachung, dass sie diese wieder sauber geputzt übergeben.
Angriffsflächen verringern:
Bei Kindern herrscht ein sehr starker Gruppendruck. Natürlich können wir nicht alle Werte der Jugendkultur unterstützen. Aber lassen Sie Ihr Kind nicht durch zu rigide Verbote zum christlichen Aussenseiter abstempeln. Mode ist nicht das Wichtigste der Welt. Aber vielleicht könnten sie Ihrem Kind viel Ärger ersparen, wenn es auch einmal einen Markenschuh tragen darf oder mit einem trendigen T-Shirt glänzen kann.
Formen der Gewalt
In einer Umfrage wurden 3 Formen der Gewaltanwendung genannt:
Körperliche Gewalt: Prügeleien und Tritte, schubsen, umrempeln, niederschlagen; Erpressung und Drohung; Werfen mit Getränkedosen; provokatorische Schläge. Sie tritt gehäuft bei jüngeren Schülern auf.
Waffen: Gut die Hälfte der Befragten berichtete vom Waffenbesitz einiger Mitschüler. Die Liste ist beträchtlich: Baseballschläger, Schlagstöcke, Hämmer, Gaspistolen, Taschenmesser, Schreckschusspistole, CS-Gas, Wurfsterne . . .
Seelische Gewalt: Hänseln, verletzende Bemerkungen, ausgrenzen, ausschliessen, verbale Anmache wegen Kleidung, Figur, Lebenseinstellung, ausländerfeindliche Parolen . . .
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