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Wie gefährlich ist Cannabis?

Annemarie Pfeifer

„Kiffen bis der Psychiater kommt?“, so titelte kürzlich die Basler Zeitung einen Bericht über die Zusammenhänge von Cannabiskonsum und Psychosen bei Jugendlichen. Das Fazit: Cannabis ist nicht harmlos.

Rund jeder zweite Jugendliche hat Erfahrungen mit Kiffen, jeder vierte konsumiert regelässig. Ebenso viele werden durch die verführerisch erfrischenden Alcopops zum Trinken animiert. Der Umgang mit Suchtmittel muss deshalb in jedem Elternhaus ein Thema sein.

Risiken bei regelmässigem Kiffen

Psychische Abhängigkeit: Bei häufigem Kiffen kann das Gefühl entstehen, dass man sich nur noch mit Hilfe eines Joints entspannen kann. Die Gefahr einer psychischen Abhängigkeit besteht. „Psychisch labile Jugendliche sollten auf keinen Fall Cannabis konsumieren, um ihre Probleme in den Griff zu bekommen“, rät Professor Uchtenhagen vom Institut für Suchtforschung in Zürich. Risikogruppen seinen Jugendliche in der Reifungsphase, Schwangere, stillende Mütter sowie Herz- und Lungenkranke.

Verminderte Konzentration: Das Kurzzeitgedächtnis, die Merk-, Reaktions-, Konzentrations- und Leistungsfähigkeit werden beeinträchtigt. Oft gehen ein Interesseverlust, verminderte Aktivität und Motivationsverlust einher.

Körperliche Schäden: Der Wirkstoff THC, den Hasch enthält,  sammelt sich im Laufe der Zeit im Körper an. Wer regelmässig kifft, riskiert Lungenschäden, Krebserkrankungen der Mundhöhle des Rachens und der Luftröhre. Schädigungen des Immun- und Fortpflanzungssystems wurden in Tierversuchen nachgewiesen.

Verstärkte Psychosen: Stark konsumierende Hanfliebhaber haben laut einer Studie das sechsfache Risiko an einer schizophrenen Psychose zu erkranken. Es wird angenommen, dass die erkrankten Hascher schon eine Anlage zu dieser Störung hatten und die Droge möglicherweise den Ausbruch auslöste oder verstärkte.

Umsteigen auf andere Drogen: Statistisch gesehen steigen nicht mehr Kiffer als Raucher später auf harte Drogen um.

Langzeitfolgen auf das Leben: Diese sind eher indirekt. Die psychischen Begleiterscheinungen verschlechtern die Berufswahlchancen. Die Flucht in die angenehme Welt des Rausches kann zu einem Muster werden, auch später Schwierigkeiten auszuweichen.

Was können Eltern tun?

Aufklären:

Jugendliche wissen oftmals nicht viel über die Auswirkungen des begehrten Krauts. Informieren sie möglichst neutral und ohne Schuldzuweisungen. Das Kind soll merken, dass sie es nicht bestrafen wollen, sondern dass sie versuchen möchten, es zu verstehen. Lassen sie sich also schildern, wie der Joint wirkt, was es dabei erlebt, was daran so spannend ist.

Keine Panikreaktion:

Die oben beschriebenen Risiken stellen sich vor allem bei starkem und langdauerndem Konsum ein. Ein grosser Teil der Jugendlichen sind Gelegenheitskonsumenten und steigen wieder aus. Zeigen sie dem Jugendlichen auf, dass Abstinenz letztlich ihm selbst am meisten nützt.

Ermutigen:

Innerlich starke Kinder können auch ihren Freunden gegenüber besser Nein sagen. Vermittteln sie ihrem Kind täglich die Botschaft, dass sie es lieben, so wie es ist. Vermitteln sie Wertschätzung, auch wenn sie nicht die gleiche Meinung teilen.

Abgrenzung zulassen:

Mit dem Kiffen wird manchmal die Abgrenzung von den Eltern geprobt, nach dem Motto: „Ich lasse mir nichts vorschreiben.“ Darf ihr Kind daheim auch seine negativen Gefühle ausdrücken und eigene Meinungen äussern? Wenn es im Elternhaus zu einer eigenständigen Persönlichkeit heranreifen kann, lernt es auch im Freundeskreis Nein sagen.

Gelegenheiten erschweren:

Ein Haschverbot lässt sich nur daheim im Elternhaus durchziehen und macht da auch Sinn. Auswärts ist die Kontrolle leider nicht möglich. Sie können den Konsum durch die Einschränkung von Taschengeld und Ausgang aber indirekt steuern. Manchmal muss ein Kind leider auf die harte Tour von Misserfolgen lernen, dass es einen falschen Weg gewählt hat.

Externe Hilfe suchen:

Bei starkem Haschkonsum oder bei einer verfahrenen Gesprächssituation kann eine neutrale Beratung hilfreich sein. Eltern und Teenager erhalten dabei Hilfe und hinderliche Machtkämpfe können umgangen werden.

Angebote von Hilfe

Information über kantonale Beratungsstellen gibt die Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme. Telefon: 021 321 29 76. E.Mail: prevention@sfa.ch

Über diese Stelle ist auch die Gratisbroschüre „Cannabis richtig einschätzen“ erhältlich.

Adressen von regionalen Beratungsstellen sind abrufbar unter: www.drogindex.ch


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